Freitag, 27. Oktober 2006

4 Gelegenheiten

bei denen ich offensichtlich etwas Männliches an mir hatte in umgekehrt chronologischer Reihenfolge:
  1. hier
  2. Im Supermarkt, eine Silberzwiebel mit Brillengläser dick wie umgedrehte Aschenbecher: "Junger Mann, Sie sind so schön groß, können Sie mir bitte das Glas Gurken vom oberen Regal reichen?"
  3. Studentische Faschingsparty, ich kenne außer der Gastgeberin niemanden und wollte kein Geld für ein Kostüm ausgeben. Gekauft wurde ein Schnurrbart Modell "Pornobalken" für 2,85 DM. Dazu mein mittlerweile verstorbenes Kleines Schwarzes, hochhackige Schuhe, ich ging quasi als Freddy Mercury beim Staubsaugen zu "I want to break free". Die Damen auf dieser Veranstaltung lachten sich beim ersten Blick halb tot, die Herren der Schöpfung haben den Bart aufgrund der Konzetration auf sekundäre Geschlechtsmerkmale teilweise erst nach mehrminütiger Konversation bemerkt. "Sag mal, wenn du den Bart abnimmst, hast du dann noch etwas Männliches?"
  4. Sylvester 1995 / 1996 am Telefon mit vereiterten Stimmbändern: "N., hallo?" "Guten Tag, könnte ich bitte Ihre Frau sprechen?"

Danke!

Bürgerliches Trauerspiel für einen automatischen Anrufbeantworter von niederem Adel und eine kleinbürgerliche automatische Umfrage in einem winzigen Akt
AB: Guten Tag, Sie sind mit dem automatischen Anrufbeantworter von [mir und Herrn S.] verbunden. Wir sind im Moment leider nicht zu sprechen, bitte hinterlassen Sie uns eine Nachricht nach dem Signalton. Dankeschön! Piep.
AU:...te hören Sie sich die Frage ganz bis zum Ende an und drücken Sie dann 1 für ja und 2 für nein. Sind Sie damit zufrieden, dass die Energiekosten sich ständig erhöhen? Drücken Sie bitte die 1 für ja oder die 2 für nein
AB: schweigt
AU: sehr höflich Sie haben keine gültige Auswahl getroffen. Bitte drücken Sie die 1 für ja oder die 2 für nein.
AB: feixt ein bisschen und rührt sich ansonsten nicht
AU: immer noch sehr höflich und kein bisschen säuerlich Sie haben keine gültige Auswahl getroffen. Danke für Ihre Teilnahme.
AB: triumphierend piep rotes Licht blinkt, null springt auf eins

Donnerstag, 26. Oktober 2006

Habsucht, Zorn und Neid

Hier ist gerade nicht so viel los, weil mit mir im Moment nicht so viel los ist.

Obwohl - ich gehe mit dem Trend:

Meine löblichen Freizeitbeschäftigungen wie Literatur, virtuos Piano spielen und körperliche Ertüchtigung zu Musik habe ich zugunsten von sehr viel szenigerem Extreme-Trübsalblasing und Street-Hassing aufgegeben.

Der Grund: Ich weiß immer noch nicht, ob ich mich am 02.01.07 nicht doch bei den Kollegen im Nachbargebäude melden muss, es wurden Courage- rechtliche Probleme angemeldet. Gewissheit gibt es wohl erst Ende nächsten Monats.

Und weil es gerade so motivierend ist, darf ich jetzt 3 Wochen lang die Urlaubsvertretung für meine Chefin erledigen, die andere Kollegin ist momentan noch krank geschrieben und einer der männlichen Kollegen ist bei einer Brandschutzübung, weil er sich freiwillig als Brandschutzbeauftrager für das Erdgeschoss gemeldet hat.

Naja, mit Freestyle-Hoffnung-Killing kann ich dann in der besinnlichen Adventszeit immer noch anfangen.

Sonntag, 22. Oktober 2006

Digitale Bohème oder Omma, ich arbeite!

Wer sich als abhängig Beschäftigter ein bisschen beschimpfen lassen möchte, der lese "Wir nennen es Arbeit".
Das Buch ist fraglos spannend zu lesen, ansonsten hätte ich ihm nicht meinen Samstag Nachmittag gewidmet um es von A bis Z durchzulesen.
Wer positive Kritiken lesen möchte, den verweise ich auf die entsprechende Website, ich werde mich im folgenden meiner hochgezogenen Augenbraue widmen:

Der Klappentext verspricht, dass es sich bei der digitalen Bohème um eine zukunftsgewandte Daseinsform handele, die als Verteterin eines zeitgemäßen Lebensstils sich zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt.

Spannend, dachte ich, betrifft zwar sicher nicht mich, aber vielleicht einige liebe Menschen in meinem Bekanntenkreis.

Trotz des Versprechens im Vorwort, dass es sich nicht nur an Berliner so um die dreißig wendet, habe ich den Eindruck gewonnen, dass es wahrscheinlich eine noch kleinere Zielgruppe im Visir hat: Das, was ich so bisher zwischen "Aussteiger" und "Künschtler" eingeordnet hätte und die unter einer Festanstellung so leiden, dass sie sich professionelle Hilfe holen sollten.

Auf den ersten 100 Seiten hätte ich das Buch mehrfach in die Ecke geworfen, wenn es denn mein eigenes gewesen wäre. Ich habe nicht sehr viel Ahnung von dem, was da so geschrieben wird, aber in Bezug auf Sozialversicherung und Geocachen kenne ich mich wirklich aus und diese beiden Punkte werden nicht nur verzerrt sondern schlichtweg falsch dargestellt:
Den Autoren ist es unverständlich, weshalb nur als arbeitslos gilt und deshalb Arbeitslosengeld, Überbrückungsgeld usw. ausschließlich an Menschen gezahlt werden, die vorher abhängig beschäftigt gearbeitet haben.
Hint: weil Arbeitslosengeld und Überbrückungsgeld Versicherungsleistungen sind, die nur erhält, wer vorher in die (Arbeitslosen-)Versicherung eingezahlt hat.

Auch behaupten die Autoren, das Degree Confluence Project sei aus der Geocaching-Bewegung entsanden. Dumm nur, dass das Degree Confluence Project schon 1996 aus der Taufe gehoben wurde und das Geocaching erst 2000.

Ich gebe zu, das sind Haarspaltereien, aber sie schaffen bei mir nicht wirklich Vertrauen in die sonst aufgestellten Thesen sondern verstärken den Eindruck, dass lediglich polarisiert werden soll.

Kommen wir zu den Passagen, die ich nicht verstanden habe:
Einerseits wird das Feierabendbier mit den Kollegen verteufelt, da es die Folge dessen ist, dass man den Freundeskreis außerhalb der (abhängigen) Arbeit verloren hat, ca. 100 Seiten weiter wird der "third place" gelobt, ein Platz - zumeist in Kneipen - zwischen Arbeitsplatz und heimischem Wohnzimmer, an dem Kollegen (!) zwanglos getroffen werden können. Wo genau ist da jetzt der Unterschied?
Kritisiert wird an der abhängigen Beschäftigung, dass man sich Pakete an den Arbeitsplatz statt nach Hause liefern lässt, weil man sich da tagsüber eher aufhält. Jetzt weiß ich nur noch nicht so genau, wohin ich meine Pakete liefern lassen soll, wenn ich als digitale Bohémienne meine Freiheit nutze und nächsten Dienstag noch nicht weiß wo ich sein werde. Sagen wir mal, es gibt schlagendere Argumente gegen eine Festanstellung.

Sehr enttäuscht hat mich das letzte Kapitel, von dem ich erwartet hatte, dass erläutert werde, wie sich die propagierte Lebensweise gesellschaftlich positionieren kann. Von Grundeinkommen war die Rede. Und dem Problem, Kinder und Pflegebedürftige zu versorgen, da Kindergärten sich ja nach dem sklavischen Angestelltenrhythmus richten (in Berlin vielleicht. Berufstätige hier unten wären glücklich, würde sich die Kinderbetreuung nach den Angestellten richten und nicht nach den Hausmännern und -frauen). Da muss dann der Staat mit 24/7-Betreuung ran.

Schade, mit Vollkaskowünschen nach den Aufbruchsfanfaren hätte ich nicht gerechnet.

Problemelch

Nach dem Problembär "Bruno" treibt jetzt wohl ein Problemelch aus Polen sein Unwesen. Er hat von den Journalisten auch gleich einen richtig schwedischen, vermeintlich elchigen (Problem-) Namen bekommen: "Björn". Und was heißt das schwedische "björn" auf deutsch?
Richtig: Bär.

Montag, 16. Oktober 2006

Nebentätigkeit von Politikern?

Ich finde nichts anrüchig daran, wenn die ihr Gehalt aufbessern und für 400 Euro putzen gehen möchten. Oder einer nach Parlamentsschluss noch ein bisschen kellnert.

Donnerstag, 12. Oktober 2006

Heiterer Büroalltag:

Alberne Lachanfälle haben wenn man feststellt, dass der Name des neuen Teamkollegen (2m, 6w) ethymologisch etwas mit Zuchtbullen zu tun hat.

Sonntag, 8. Oktober 2006

Das sind Dinge von denen...

Weil am Mittwoch Betriebsausflug ist und ich mich zum Wandern angemeldet habe, wollte ich heute noch meine Wanderstiefel putzen, weil die schon seit geraumer Zeit etwas schlammverkrustet sind.

Seit heute Mittag um 14:00 Uhr sind sie nicht nur dreckig sonden stinken auch noch bestialisch nach Kacke.

Mist!

Nachtrag: Besten Dank an das Heinzelmännchen, das ohne Wochenendzuschlag Überstunden gemacht hat.

Dienstag, 26. September 2006

Irgendwie niedlich

ist momentan der Humor der Titanic - zumindest in der Rubrik "Was der einzelne tun kann, damit es mit dem Universum klappt"

So zum Thema über was ich (als mittlerweile bekennende Comedyhasserin) alleine vor dem PC lachen kann.

Samstag, 23. September 2006

['ɔylɜgrɔyd]

Eulengreuth - pejorativ für einen abgelegenen Ort; wie in "Da kommt er auch von seinem Eulengreuth aus pünktlich."(1)


(1) Meine Mutter über meinen Mann und die Idee alle zusammen an einem Werktag eine Kunstausstellung in der Landeshauptstadt zu besuchen.

An alle Spinnenphobiker

hier ein kleiner Fernsehtipp: Quarks & Co - Von Spinnen und Menschen

Und um den "Big fish in a small pond effekt" bezüglich des Blogs Arachnophobia mal zu verstärken, hier meine fotografischen Meisterleistungen:
  • in Chile geknipst:
arana-peluda
  • in der Schweiz geknipst:
Spinne-Schweiz

Ich habe mit Spinnen kein Problem, so lange sie sich in ihrem natürlichen Lebensraum befinden - dazu zählt aber definitiv nicht meine Wäscheschublade, in die ich blind hineinzugreifen pflege. Und für Kellerspinnen mit behaarten Beinen gilt das auch für den Raum zwischen Autodach und Sonnenblende und wenn, dann soll sie bitte nicht auf der Bundesstraße mit ihren Beinen da hervortasten. In solchen Fällen benötige ich dann wahlweise einen beherzter Beifahrer oder einen Hausschuh +3 .

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