Montag, 2. Januar 2006

Match Point

Irgendwie habe ich mich vom Kinofritzen des moma beeindrucken lassen und wollte unbedingt diesen neuen Woody Allen - Film sehen.

Cool war, dass wir den Parkplatz direkt vor der Kinotür bekommen haben.

Auch cool war, dass im Kino die Heizung funktioniert hat, denn als wir uns für den Film entschieden hatten, erinnerten wir uns, dass wir bei ähnlicher Witterung in diesem Kino uns schonmal in die erste Reihe dirket vor den Ersatz-Mini-Gasofen gewünscht hatten.

Ganz cool war auch der Film, wenn man vom regelmäßig entnervten Stöhnen meines Begleiters absieht, wenn wieder eine Opern-Arie als Hintergrundmusik einsetzte. Auch finde ich es bei Liebhaber/innen-Konstellationen ja immer wieder zum Schmunzeln, wenn die Geliebte den - ihr bekanntermaßen - untreuen verheirateten Mann mit "Du Lügner!" beschimpft.

Uncool war, dass wir keinen Besen dabei hatten, um die fünf Tonnen Zentimeter Schnee, die währen der 2 Stunden Film vom Himmel auf unser Auto gefallen waren zu entfernen, sondern das mit den bloßen behandschuhten Händen erledigen mussten.

Stein. Stein. Stein.

Irgendwie spreche ich momentan nicht so sehr auf Philosophisches an: Daher muss ich an dieser Stelle feststellen, dass ich endlich mit Roberto fertig bin. Das Kapitel, dass bei mir am meisten Kopfschütteln hervorgerufen hat, war "Paradoxe Exerzitien über das Denken der Steine". So gut mir das "Verkohlte Pendel""Foucaultsche Pendel" gefallen hat, so sehr hat mich "Die Insel des vorigen Tages" Nerven gekostet. Bevor jemand fragt: Nein, ich kann kein Buch beiseite legen, auch wenn es mir noch so missfällt. Ich kann´s einfach nicht.
Dafür habe ich mich fast den kompletten Neujahrstag mit dem "Sakrileg" beschäftigt, so dass mir nur noch 150 Seiten bleiben. Mal schauen, welches Buch mir dann zum Opfer fällt und ob dann im dritten Buch in Folge das Problem der Längengrade thematisiert wird. Bei meinem Glück würde wahrscheinlich sogar eine Rosamunde Pilcher Schmonzette mal nicht in Conrwall sondern in Greenwich spielen.

Donnerstag, 29. Dezember 2005

Trägheit II

Seit Tagen habe ich keine Nachrichten mehr auf dem Anrufbeantworter. Noch nicht einmal mehr die Gewinnspielautomaten, die sich mit meinem Telefonautomaten unterhalten. Deshalb habe ich mich endlich dazu aufraffen können, weit entfernte Freunde anzurufen. In Schweden ging niemand ran, dafür aber in USA - da war´s ja auch erst halb vier Nachmittags. Eine wirklich entspannende Feierabendtätigkeit, so ein liebes Pläuschchen.

Völlerei I

Ich bin heute nach den Weihnachtsfeiertagen das erste Mal auf der Waage gestanden. Es kann auch an der erkältungsbedingten Appetitlosigkeit der letzten drei Tage liegen, oder daran, dass mir die Reste meiner selbstgebackenen Plätzchen nicht mehr schmecken - aber dieses Jahr war´s irgendwie nicht so schlimm.

Mittwoch, 28. Dezember 2005

Wiki

Leider weiß ich nicht mehr, über wen oder was ich auf diesen Wikipediabeitrag über Heavy-Metal-Umlaute gekommen bin. Aber er ist definitiv lesenswert :-)

Clever

Vor einigen Jahren lag im Zugabteil neben mir ein auf der Kreuzworträtselseite aufgeschlagenes Exemplar einer großen deutschen Boulevard-Zeitung. Es war lediglich ein Rätsel gelöst worden.

Behausung der Eskimos mit 4 Buchstaben?

Richtig: Z-E-L-T

Nachzügler

Da unser Nachbar so nett war, ein Paket entgegenzunehmen, haben wir heute (und nicht erst morgen nach ewigem Anstehen bei der einzigen echten Postfiliale der Stadt) unser zweites Nachzügler-Weihnachtsgeschenk bekommen. Nach schwedischem Haselnussnougat nun Dan Browns "Sakrileg". Das habe ich noch nicht gelesen und wollte das noch unbedingt tun, nicht zuletzt, weil es eines der wenigen Bücher ist, die mein lesefauler Bruder gelesen hat. Er meint, er habe nun für die nächsten Jahre wieder genügend Neigungslektüre gehabt. Jedoch hätte ich es mir im Februar 2004 beinahe schon gekauft: In Santiago de Chile wurde "El código Da Vinci" als Raubkopie auf der Straße verschleudert. "Raubkopien" von Büchern scheinen in Südamerika ein richtiges Problem zu sein, so wurde die authorisierte Übersetzung von Harry Potter mit einer Art Echtheitszertifikat, einem Hologramm, versehen. Als rechtschaffener Mensch habe ich natürlich Herrn Browns Rechte an dem Buch respektiert und auf den Kauf verzichtet.
Auf jeden Fall sind Nachzügler-Geschenke fast die schönsten Geschenke: Man ist überraschter!

Aha!

Herr W. scheint von unseren Übernahmeplänen gehört zu haben. Er biedert sich nun an: Er hat heute ein Paket (Hurra ein Weihnachtspäckchen von liebenden Freunden!) für uns angenommen, obwohl er sich nicht ganz sicher war, wer sich hinter unserem Namen verbirgt. Wenn ich ehrlich bin, kenne ich auch nur die Mitbewohner im Erdgeschoss und auf unserer Etage die, an deren Klingelschild ich regelmäßig vorbeilaufe, mit Namen...

Freitag, 23. Dezember 2005

Weg

Der Arme Poet ist ausgezogen. Die Wohnung ist wieder komplett leer. Woran ich das sehe? Die Vorhänge hat er auch mitgenommen.
Heute stand ein junger Mann im Malerkittel auf einer Klappleiter und hat die Decke gestrichen. Der neue Nachbar oder ein Schwarzarbeiter? Wäre ein neuer Nachbar geschockt oder nur gleich eingenordet, wenn ich einen A3-Zettel mit "Herzlich Willkommen!" in mein Schlafzimmerfenster kleben würde? Natürlich hinter den Vorhängen - meinen Vorhängen.

Zorn I

Gerade habe ich mein gestern erwichteltes und heute ausgelesenes Das Salz in der Las Vegas-Eule ins Bücherregal gestellt. Eigentlich hatte ich erwartet, dass ich es neben Wenn Adoptierte den Tod ins Haus bringen und Koksen um die Mäuse zu vergessen stellen kann. Aber letzteres fehlt. Das kann eigentlich nicht sein. Wir haben in der neuen Regalwand nur zwei Fächer, in denen Sonderformate stehen können! Wir haben doch alle Bücher aus allen Sporttaschen wieder aufgeräumt! Von wegen das Haus verliert nichts.

Wichteln

Schön ist es, wenn man gut ausgewählte Wichtelgeschenke von seinem anonymen Wichtelpartner erhält: Das Salz in der Las Vegas-Eule von Stephan Katz und Max Goldt. Schon der Klappentext ließ mich schmunzeln:
Der Weg, den die Eule ging
Die Las Vegas - Eule, ein Salzstreuer in trivialisierter Eulengestalt, war das billigste Souvenir, das es 1994 in Las Vegas gab. Sie muss schon 25 Jahre im Laden gestanden haben. Es gab nur ein Exemplar. Dieses war sehr staubig und kostete daher nur 50 Cent. Max Goldt schlug zu. Von 1994 bis 1997 befand sich die Eule unausgepackt in einer Schachtel mit der Aufschrift "USA `94".
Nach einem Umzug 1997 stand das zwischen den Ohren zwiefach durchlöcherte Keramiktier auf dem Küchentisch. Stephan Katz, oft zu Besuch in der reizvollen Kurfürstendammseitenstraße, fühlte sich von dem ungewöhnlichen Würzwerkzeug seltsam angezogen und nutzte eine Abgelenktheit seines Gastgebers, um es - das ungewöhnliche Würzwerkzeug - zu entwenden. Seitdem leistet es im Hause Katz gute und von aufmerksamen Gästen oft humorvoll kommentierte Dienste.

Donnerstag, 22. Dezember 2005

Hurrra!

Die Taubertalkarten sind geliefert!
Wer spielt, weiß der geneigte Festivalbesucher zwar immer noch nicht, und hofft, dass so viel Vertrauensvorschuss auch berechtigt ist. Daher hat mir der Zusatz auf dem Lieferschein: "Aktuelle Informationen unter:www.taubertal-openair.de"
lediglich ein müdes Lächeln abgerungen.

Montag, 19. Dezember 2005

Das Seepferdchen des vorigen Tages

Roberto, der Unsympath, kann noch nicht einmal schwimmen!

"Nur killer

...no filler" wurde das Konzert der "Gruppe Fettes Brot" von den "weiteren Infos" der Internetseite der FILharmonie angekündigt. Kann ich nur unterschreiben! Das Konzert war der Hammer! Bei der Nachlese des Konzerts auf der Homepage der "Brote" habe ich in den Kommentaren eine neue Floskel entdeckt: "Hätte auch gerne die Bilder wo sie tanzen, kann auch mit nem Foto dienen, wo sie sich küssen^^ Können ja tauschen. Fänds übelst nett!" Das müsste das Äquivalent zu "Ich bitte höflichst um Übermittlung der oben erwähnten Fotografien."sein. Gleich morgen mal am Kunden ausprobieren: "Hey Alder, brauch noch Zusatzblatt 2.2. Fänds übelst nett."

Trägheit I

Zur Bekämpfung der Trägheit und des damit einhergehenden Vergessens und Verbummelns von Geburtstagen lieber Freundinnen dachte ich mir, ich bin clever und erinnere mich per Mobiltelefonkalender. Was ich schon wieder vergessen hatte: Die Erinnerung war für die klassische Post. Nicht für SMS. Die liebe A. nahm die zwei Tage zu früh eingehenden Glückwünsche mit Humor. Danke!

Sonntag, 18. Dezember 2005

Träume

Beim Stöbern nach Weihnachtsgeschenken ist mir ein toll dekorierter Tisch mit Montana aufgefallen. Die schon etwas abgespeckte Variante für 10 Personen hätte laut Onlineshop schon 2500 Euro gekostet. Nun ja. Wenn ich 20 Personen mit einheitlichem Geschirr versorgen will, dann kann ich ja immer noch auf das von mir über einen Todesfall, eine Scheidung und eine Haushaltsauflösung hinweggerettete Rustika zurückgreifen.

Test

Test
Test
Test
Test
Test
  1. Test
  2. Test
  • Test
  • Test

verpasste Chance

Gestern vormittag stand der Arme Poet mit einem Auto vor seiner Terrasse, um den dort deponierten Müll einzuladen und vermutlich zur Wertstoffhof zu fahren. Leider konnte ich das Kennzeichen des Fahrzeuges nicht erkennen, so dass mir seine Herkunft immer ein Rätsel sein wird. Kann auch sein, dass mir eine herbe Enttäuschung erspart blieb, wenn ich hätte feststellen müssen, dass er seinen Wagen hier im Landkreis angemeldet hatte...

Neid I

Heute wieder neue Pläne geschmiedet, wie wir Herrn W. davon überzeugen könnten, seine (wahrscheinlich Eigentums-)Wohnung im Erdgeschoss mit unserer (Miet-) Wohnung im ersten Stock zu tauschen.
Die Vorteile liegen für beide Seiten klar auf der Hand:
Er wohnt in einer großen Wohnung alleine, wir in einer kleinen Wohnung zu zweit.
Wenn er auf der Terrasse raucht, zieht der Rauch zu uns hoch. Wohnt er über uns, würde uns das nicht mehr stören.

Leider gibt es auch Nachteile:
1. Er hat die Wohnung gerade erst renoviert und was ich so durch die Vorhänge sehe, gefällt mir gar nicht.
2. Bevor ich mir endlich wieder eine Katze zulegen könnte, müssten wir sicher seine Katze übernehmen. Und die gefällt mir auch nicht.
3. Er weiß noch nichts von seinem Glück.

Ich habe beschlossen, dass ich noch an meiner Argumentation feilen muss.

Donnerstag, 15. Dezember 2005

Mundart

Es kann wirklich den Lesefluss stören, wenn man den Namen des Protagonisten der aktuellen Nachtlektüre (Roberto) innerlich ständig in Mundart ausspricht. Ich fürchte, ich hab´s beim Friseur aufgeschnappt.

Ausgesperrt

Der Arme Poet von gegenüber will offensichtlich ausziehen. Weder morgendliches Müsli auf der Terrasse, noch abendliches mind-chess kann wohl demnächst mehr beobachtet werden. Das wäre ja schon traurig genug. Aber: Er, der sich wochenlang nicht daran störte, in seiner kargen und auf dem Präsentierteller befindlichen Wohnung Vorhänge anzubringen, hat jetzt die Rollläden zu 3/4 herunter gelassen. Ich fühle mich ausgesperrt.

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