Mittwoch, 18. April 2007

Angst ist ein schlechter Ratgeber

Weil es so wichtig ist, muss ich mit ein paar nützlichen Links auf den Zug auch noch aufspringen:

Der Streit um die Aufgabe der Unschuldsvermutung im Spannungsfeld Repression und Prävention ist bei der SZ gut lesbar und prägnant beschrieben [via].

Wird die Staatsschutzschraube fester gedreht, ist es unwahrscheinlich, dass wieder zurückgedreht wird, genauso wie meines Wissens keine einzige Verschärfung der Strafprozessordnung, die auf das Konto der RAF ging, trotz Verschwinden der RAF wieder zurückgenommen wurde (zum weiterlesen).

Eine kurze Übersicht der geplanten Änderungen und der geltenden Rechtslage findet sich hier.

Diesen Satz "Wer unschuldig ist, hat ja eh nichts zu befürchten" halte ich für brandgefährlich. Ich vermeide ihn - bzw. seine Abwandlung "wer nichts zu verbergen hat kann auch alles offen legen" kategorisch bei meiner täglichen Arbeit, auch wenn ich ihn zugegebener Maßen ab und an denke und darauf hereinfalle.

Wo einfache Lösungen für schwierige Probleme aufgezeigt werden ist immer genau zu prüfen, ob nicht eine extremistische Weltsicht dahinter steckt.

Dienstag, 17. April 2007

Fremdwort

Meine Kollegin wurde neulich von einem Kunden der Eskamotage bezichtigt. Ich rühme mich ja gerne eines umfassenden Sprachschatzes, aber mit diesem Wort hatte ich meinen Meister gefunden.

Das Wörterbuch half weiter: "veraltet für Taschenspielerei". Soso.

Sonntag, 15. April 2007

SommerSonneSonnenschein

Die beste Idee des gestrigen Tages:
Fenster putzen um die Sonne rein zu lassen, die Freiluftrumpelkammer aka Balkon aufräumen und Getränke für die geladenen Gäste kaltstellen.

Freitag, 13. April 2007

Licht aus

So stelle ich mir uns im Notfall vor:

Das neue 100-Pack Teelichte ist noch beim Discounter, Batterien, die sich in unserer Nähe befinden reagieren ohnehin mit Spontanentladungen.
Einen Campingkocher besitzen heißt noch lange nicht, dass man ihn im Keller auch wieder findet. Den Schlafsack hat man garantiert gerade ausgeliehen, die Essensvorräte in Dosen sind die, die, die man seit zwei Jahren aus gutem Grund nicht gegessen hat ("Bohneneintopf Texas", "Linsen mit Suppengrün" "Ananas in feinen Stücken") und die Zähne werden dann eben mit dem Apfelschorle geputzt, das von der letzten Party übrig ist.

[via]

Sonntag, 8. April 2007

bin zu doof zum Suchen

Als ich mir L'Empire des Loups bestellen wollte, musste ich das über amazon.fr suchen und dachte ich hole mir die ISBN, da haben die mir einen Link (he come to town, come to save princess Zelda - singt Herr S. immer wenn ich das Wort ausspreche oder tippe) für amazon.de angeboten. Und was sehe ich da französische und spanische Bücher im drop-down-Menü.
Wählt man den Reiter "Bücher" kann man nur englische Bücher wählen. Wählt man aber den Reiter "English books" kommen alle fremdsprachigen. Das verstehe wer will.

Dienstag, 3. April 2007

Extreme Bonmoing

"Mit dem Tod endet die Feindschaft" äußerte sich die SPD-Landesvorsitzende Ute Vogt zum Tode des umstrittenen (jeder bilde sich seine eigene Meinung) Ex-Ministerpräsidenten von BaWü Hans Filbinger und zitierte somit Manfred Rommel, den Stuttgarter Ex-OB. Dieser hatte das im Zusammenhang mit dem Wunsche des Vaters von Gudrun Ensslin, seine Tochter mit den Nichtstuttgartern Andreas Baader und Jan-Carl Raspe in einem Gemeinschaftsgrab in Stuttgart zu beerdigen, angebracht.

So kann man auch einen Bogen von ganz rechts außen nach ganz links außen schlagen.

Montag, 2. April 2007

Ich misstraue meinem neuen Reiseführer

Wie jetzt? Mein Reiseführer empfiehlt unter Literaturtipps für Belletristik Pagnol, Marcel: Eine Kindheit in der Provence.

Desweiteren führt er aus: Dieser autobiografische Roman sowie andere Werke des Autors wie z.B. "Der Ruhm meines Vaters", "Das Schloss meiner Mutter", "Jean Florette" und "Manons Rache" erscheinen bei Verlag xy.

Bestellt haben wir uns - zweifelnd ob es denn das richtige Buch wäre - da Verlag xy das angepriesene wohl nicht mehr verlegt
Pagnol, Marcel: Eine Kindheit in der Provence Marcel | Marcel und Isabelle Roman

Klappentext:"Die weltberühmten Jugenderinnerungen "Marcel" und "Marcel und Isabelle" in einem Band."
Auf der zweiten Seite heißt es:"Titel der französischen Originalausgaben: "La Gloire de mon Père", "Le Château de ma Mère" und "Le Temps des Secrets"."

Hallo? Eine Erklärung? Anyone?

Ich habe mir ja auch noch Schlink, Bernhard: Die gordische Schleife zugelegt. Laut Reiseführer "ein spannender Krimi, der zum Teil im Lubéron spielt". Das mit dem Teil ist wörtlich zu nehmen, die 220 Seiten des Krimis verteilen sich auf drei Teile und einen Epilog. Soweit ich das von Seite 134 aus beurteilen kann, wird sich auf Seite 80 mit Ende des ersten Teils aus dem Lubéron verabschiedet und nach New York geflogen. Ich muss mal gucken, ob es vom gleichen Verlag auch einen New York - Führer gibt, in dem dann Schlink, Bernhard: Die gordische Schleife unter Literaturtipps | Belletristik zu finden ist.

Freitag, 30. März 2007

Came in and didn't find out

Ich bin offensichtlich reif fürs Wochenende, denn ich hatte in der Parfümerie einen Blackout.
Mein Bruder wünscht sich zum Geburtstag einen speziellen Duft - die Herrenvariante meines aktuellen Parfüms. Gleiche Marke, gleicher Name. Dankbares Geschenk.

Parfümeriedame:"Kann ich Ihnen helfen?"
Ich: "Ich suche einen bestimmten Herrenduft, dessen Name mir jedoch leider gerade entfallen ist. Ich gucke mir mal das Regal an, bis ich mich erinnere."
Erinnerung bleibt abwesend
P:"Sie sehen so ratlos aus, haben Sie nicht irgendeinen Hinweis?"
I:"Der Flakon des Damendufts ist wippenartig abgerundet mit rosa Glas und einem Metallüberzug."
P:"Das ist E. von C. Benötigen Sie 50 oder 100 ml?"

Gut, dass sie sofort draufkam. Ich hätte sie sonst nur noch an meinem Hals schnuppern lassen können oder mit der Information dienen können, in welcher Glasfabrik der Flakon hergestellt wird. Letzteres kam nämlich neulich im Fernsehen.

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