Freitag, 7. Juli 2006

Ich ändere heute eine Gewohnheit

Ich saß heute mal wieder im Büro einer urlaubsabwesenden Kollegin. Diese hatte auf ihrem Schreibtisch einen Würfel, dessen Seiten mit Sätzen wie "Ich gehe heute mit einem Lächeln durch den Tag." beklebt waren. Mein Wurf ergab "Ich ändere heute eine Gewohnheit."
Zunächst dachte ich, habe ich überhaupt soviel schlechte Gewohnheiten dass ich bei regelmäßigen Würfen so zirka einmal die Woche davon ablegen kann? Ich vermute jedoch dass dieser Sinnspruch vielmehr bedeuten soll, dass man eine - auch durchaus sinnvolle - Gewohnheit einmal durchbricht und beispielsweise einen anderen Weg zur Arbeit nimmt oder mit anderen Leuten als sonst ausgeht. Das macht ja bekanntlich schlank. Da ich trotzdem nach der Arbeit auf dem kürzesten Weg nach Hause bin, mit meinem Bruder statt mit wildfremden Leuten ein Geburtstagsgeschenk für meine Mutter kaufen gegangen bin und mir Nachschub vom selben Kontaktlinsenreinigungsmittel wie immer geholt habe (so wagemutig war ich dann heute doch nicht), habe ich eben folgende Gewohnheit durchbrochen: Kaufe nie T-Shirts auf denen doofe Sprüche stehen.

Jetzt besitze ich eins mit "Metal Maids on Tour" und "It´s hard to pay attention when I am around"
Ich habe noch den Kassenzettel für den Fall, dass ich am Montag "Heute bügele ich einen schweren Fehler aus." würfele.

?

Ist es eigentlich erlaubt, im Parkhaus ohne ein Ticket zwischen den Lippen herumzufahren?

Donnerstag, 6. Juli 2006

Eleanor Rigby

von Douglas Coupland hat Herr S in den Urlaub mitgenommen. Er ist begeistert, ich bin begeistert. Unbedingt lesen - ist zur Abwechslung auch mal schön kurz! Bitte keine Rezensionen lesen, da sie allesamt zu viel verraten!
Einziger Nachteil: Ohrwurmgarantie wegen des Titels.

Ich widme mich jetzt den "Notes from a Big Country" von Bill Bryson - kurze Zeitungskolumnen über das Leben in den USA und habe das komplette Kapitel "Well, doctor, I was just trying to lie down..." über einen Lachkrampf gehabt. Es geh um den "Statistical Abstract of the United States". Der letzte Satz lautet: "All that this means, of course, is that statistically in New Hampshire I am far more likely to be hurt by my ceiling or underpants - to cite just two potentially lethal exampels - than by a stranger, and frankly I don´t find that comforting at all."
Er kann sich allerdings auch nicht vorstellen, dass es Leute gibt, die sich an und mit Kleidung so verletzen, dass man in die Notaufnahme muss. Ich kenne sogar eine solche Person: Die Mutter des Inhabers der Eisdiele in der Nähe vom Bahnhof hat sich beim Anziehen ihrer Nylonstrumpfhose mal den kleinen Finger gebrochen.

Nachtrag:
Erst wollte ich ja den ersten Satz des Kapitels zitieren, habe mich dann aber für den letzten entschieden. Den ersten kann man aber in der amazon-Rezension nachlesen. Hab ich aber erst gemerkt, als ich probiert habe, ob der Link tut.

Unwetter

Ich sitze hier und warte auf mein Abendessen, weil mein Mann nicht nach Hause kommt, weil am Bahnhof der Blitz eingeschlagen hat.
Habe ihm angeboten, ihn - falls es länger dauert - mit unserem Faradayschen Käfig abzuholen.

Langsam glaube ich auch, dass es wahrscheinlicher ist, vom Blitz erschlagen zu werden, als im Lotto zu gewinnen.

Samstag, 1. Juli 2006

Gelesen

So, die Handschriften von Saragossa von Jan Potocki habe ich pünktlich beim Verlassen der Reiseflughöhe auf dem Weg von ARN nach STR beendet.
Empfehlenswert nur für Leute, die beim Lesen einen langen Atem haben und sich durch viele Namen und unterschiedliche Erzählweisen nicht verwirren lassen (ca. nach der Hälfte des Buches beschwert sich der Reisegefährte des Erzählers, dass er die verschachtelten Geschichten nicht mehr verstehe und sich eine Zeichnung anfertigen werde).
Nach eigenen Angaben des Autors ist der Roman entstanden, weil er seiner Frau die Zeit vertreiben wollte und ihr die abendlich vorgelesenen Geschichten aus "Tausendundeine Nacht" so gut gefallen hätten. Es ist ein volkommenes Kind seiner Zeit: Potocki packt seine diskursiven Elemente (geoffenbarte Religion im Gegensatz zum rationalistischen Deismus, Kritik am feudalen Ehrbegriff etc.) in eine, wie es damals in den literarischen Salons verlangt wurde, leichte und unterhaltsame Form: Im ausgehenden 18. Jahrhundert war der Schauerroman (vgl. Anne Radcliffe) sehr populär, daher die vielen Geistergeschichten.

Bei den auf dem Klappentext erwähnten "erotischen Zwischenfälle" ist die eigene Phantasie gefragt. "Als ich mich ausgestreckt hatte, bemerkte ich mit Freude, dass mein Bett sehr breit war und dass Träume nicht soviel Platz brauchen." ist schon eine der explizierteren Stellen...

Freitag, 30. Juni 2006

Die Akkus und wir

Es ist endlich erwiesen: bescheidene Performance und spontanentladungen von Akkus und Batterien aller Art liegt an unserer Aura.

Neuestes Vorkommnis:
  • neulich: Die Kamera akzeptiert keine Akkus mehr. Nicht die alten, mit ihr gekauften, nicht die neuen immer sehr sorgfältig aufgeladenen. Gut dass in Schweden die Supermärkte fast rund um die Uhr geöffnet waren.
  • gestern Mittag: Auf Ebene 4 von 5 im neuen Mercedes-Benz Museum ging der Akku des Audioguides in die Knie.
  • dsc00247
  • gestern Abend: Wilder, ansteigender Pumpenalarm mit in der Bedienungsanleitung nicht erläuterter Fehlermeldung. Nach Batteriewechsel war Ruhe.

Sonntag, 25. Juni 2006

Beliebtester Satz beim Shoppen heute:

Du kannst doch alles tragen! Drum trage auch diesen schweren Rucksack. Hihi.

Nachdem wir bisher nur verschämt in den eigenen vier Wänden das Biberlied vierstimmig im Kanon gesungen haben, gab es heute die erste öffentliche Darbietung.

Samstag, 10. Juni 2006

Vorurteile

Gestern im Supermarkt habe ich versucht, die schnellste Kasse zu erspähen. Ich dachte mir, wenn ich die Wahl habe zwischen der Omi, die sicher mit dem im letzten Monat gesammelten Kleingeld passend bezahlt, der fünfköpfigen Familie mit dem Wocheneinkauf mit ihrer halben Tonne Grillgut und dem jungen Russenpärchen, das nur einen viertels Wagen voll hat, nehme ich doch letztere zum hinten anstellen.
"Russenpärchen", schalt ich mich, "woher willst du das denn wissen." Nachdem 5 Flaschen Wodka "Jelzin", drei Packungen mit je vier gekochten roten Rüben, ein Becher sauere Sahne und ein Tiefkühlkuchen auf das Band gewandert waren, war ich mir bzgl. des kulturellen Hintergrundes der beiden sicher.

Ich hatte übrigens treudeutsch 12 Flaschen Bier, Grillwurst und Ritter Sport gekauft.

Ob der Tiefkühlkuchen ein russischer Zupfkuchen war, konnte ich nicht abschließend feststellen.

Freitag, 9. Juni 2006

Trägheit III

Hurrrra! Urlaub!

Endlich und wohlverdient, wie ich finde :-)

Montag, 5. Juni 2006

Nicht ganz mein Tag...

Gut, dass ich heute eine ziemlich gute Grundlaune hatte - ansonsten hätte ich mich dann doch etwas mehr darüber aufgeregt, dass ich (hoffentlich nur!) ein Stück Zwiebelschale in meinem Radler hatte, eine Zecke in der Armbeuge und eine auf dem Finger während des Abendessens entdeckt habe, dass Herr S. seine Jacke im Adler (lecker Schnitzel!) hat hängen lassen, was wir aber erst daheim in der Garage bemerkten und nochmal einen einstündige Spritztour zum Adler machen konnten. Zum Abschluss des Abends durfte ich dann noch zwei Zecken von meinem Bauch und eine von Herrn S. Bein entfernen. Hurrra, der Sommer ist da!

P.S.: Dass meine Portion Kartoffelsalat im gemischten Salat aus einer Kartoffel am Stück bestand, habe ich jetzt - da es dem Geschmack keinen Abbruch getan hatte - fast schon wieder vergessen :-)

Nicht angucken!

Bitte den Film "Hochzeit zu Dritt" nicht angucken. Die ersten 2 Drittel fand ich (vielleicht auch wegen der Freikarten) echt ganz nett aber dann wurde es wirklich flach.
Die Handlung: Junges englisches Pärchen, gute Jobs - Geld ist kein Problem heiratet opulent, auf der Hochzeit verliebt sich die Braut in die toughe lesbische Floristin, die die traumhaften Blumen arrangiert hat. Nachdem sich das frischgebackene Ehepaar mit der Floristin angefreundet hat und die Braut mittels eines Hardcore-Videos feststellt, dass ihr gleichgeschlechtlicher Sex liegen könnte, lässt sie ihren Mann stehen und brennt mit der Floristin durch. Ihrem Mann ist das genau besehen eigentlich auch ganz recht, da er endlich ohne seine Frau als Klotz am bein den Reiseführer für Weltenbummler recherschieren und schreiben kann. Auch die Eltern der Braut sind endlich wieder glücklich, da der Vater, als sie der Tochter beim Durchbrennen helfen, auf die Idee kommt, es in Zukunft vielleicht mit Viagra zu probieren.

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